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WERKSTADT-Gespräch: Ein Krieg nur unter Männern?

Juli 9 @ 18:30 - 20:30

Geschlechterbilder -und rollen im deutschen und internationalen Rechtsterrorismus

Krieg, Politik und Gewalt sind in der rechten Ideologie eine reine Männersache. Frauen sind friedfertig, müssen beschützt werden und ziehen möglichst viele weiße Kinder groß. So mag das nationalsozialistische Ideal aussehen, doch der Rechtsterrorismus hat in Theorie und Praxis immer wieder andere Phänomene hervorgebracht: Es gibt neonazistische Konzepte des „Rassenkriegs“, die nicht nur Männer als Kämpfer denken, sondern vielfältige Rollenangebote an Männer wie auch an Frauen machen. Die Realität hat gezeigt, dass Terroristinnen wie Beate Zschäpe vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) auch zuschlagen konnten und sich gleichzeitig in Öffentlichkeit wie im Prozess als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den Männern inszenierten. Der Norweger Anders Breivik erklärte in seinem Manifest (2011) lang und breit, warum es notwendig sei, auch bestimmte weiße Frauen*, nämlich Feminist*innen, zu ermorden. Und auch der Rechtsterrorist von Christchurch in Neuseeland hat seinen Massenmord an Muslimen (2019) mit dem Appell an weiße Frauen, mehr Kinder zu bekommen, verknüpft. Geschlechterrollen, Feindbilder und Taten stehen in einem engen Wechselverhältnis, und Ausnahmen von der Regel sind im halluzinierten Krieg erlaubt. Um Rechtsterrorismus in seiner Theorie und Praxis zu erfassen, müssen wir uns also auch mit gender beschäftigen, nur so können wir sein Entstehen in Zeiten des rechten Aufschwungs verstehen und auch bekämpfen.

Der Vortrag wird auch mit Primärmaterialien arbeiten und menschenverachtende Sprache, nicht aber Bilder und Videos von Taten, wiedergeben.

Beginn: 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des apabiz (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus. Sie arbeitet seit Jahren zur extremen Rechten und gender, führt Bildungsveranstaltungen durch und publiziert u. a. zu der »Lebensschutz«-Bewegung, Antifeminismus und Rechtsterrorismus.

FB: https://www.facebook.com/pg/werkstadtDT/events/?ref=page_internal

Details

Datum:
Juli 9
Zeit:
18:30 - 20:30

Veranstaltungsort

Kulturrevier Radbod
An den Fördertürmen 4
Hamm, 59075
+ Google Karte
Telefon:
02381-599626
Website:
www.kulturrevier.de